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AKTUELLES

14.08.2008

Rückblick Odessa: die Reise ins Unbekannte ein besonderes Erlebnis


Es war eine Reise ins Unbekannte, die Kinderherzen höher schlagen ließ. 10 Tage war die DTFS unterwegs, um ihr Projekt „Lernen über Grenzen" in Polen und der Ukraine vorzustellen. Ziel der Fahrt war die Schwarzmeermetropole Odessa und der internationale „Black Sea Cup". Weitere Stationen waren die geplanten Austragungsorte der EURO 2012 Kiew, Lemberg und Krakau. Die knapp 4500 Kilometer lange Fahrt hatte besonderen völkerverbindenden Charakter - daher fand sie die logistische Unterstützung der nationalen Fußballverbände und der UEFA.

 

Doch der Reihe nach: 20 Kinder des Jahrgangs 1996/97 und 8 Betreuer machten sich am 3.8. auf den weiten Weg nach Osten. Ihr erstes Ziel war Kiew, wo für den 5.8. ein Testspiel gegen den FC Dynamo angesetzt war. Doch bald machte sich bemerkbar, dass Fernreisen nicht immer so klappen, wie es der Routenplaner vorgibt. 6 Stunden musste die DTFS an der polnisch-ukrainischen Grenze ausharren, ehe sie weiterfahren durfte. Auch die angestrebte Reisegeschwindigkeit von 80 Stundenkilometern war auf vielen Straßen der Westukraine nicht einzuhalten. Viele Straßen werden renoviert oder müssen es noch werden, sodass der Bus teilweise nur mit 40km/h voranrumpeln konnte. Mit 8 Stunden Verspätung kam die DTFS daher erst abends in Kiew an, wo es mit einem Dynamo-Geleitfahrzeug weiter zur Herberge im Olympiazentrum ging. Am nächsten Morgen dann das erste Testspiel. Überraschenderweise bot Dynamo den älteren Jahrgang 1995 auf, doch die DTFS hielt sich wacker. In der 1. Halbzeit erkämpfte sie sich ein 1:2, erst in der 2. Hälfte ließen die Kräfte nach. Am Ende gewann Dynamo mit 1:7. Anschließend besichtigten die Fußballschüler kurz die ukrainische Hauptstadt, das orthodoxe Höhlenkloster mit seinen goldenen Kuppeln und das gigantische Kriegsdenkmal „Rodina mat" hoch über dem Dnjepr-Fluss, die größte Statue Europas.

 

Foto: Gefragte Gäste - die Fußballschüler in Odessa

Weiter ging's im Bus zum Zielort Odessa, vorbei an den endlosen Sonnenblumen-Feldern der ukrainischen Steppe. Am nächsten Morgen startete die DTFS in den Black Sea Cup - leider mit einer Auftaktniederlage gegen Rubin Kasan aus Russland. Von der langen Reise sehr müde, und noch mit Orientierungsproblemen mit der ungewohnten Spielform 9 gegen 9 auf Kleinfeld, zogen die deutschen und tschechischen Jungs mit 4:6 den Kürzeren. Ein kleiner Trost: Zur Entspannung durften die Fußballschüler in den Pool des angrenzenden Tennisklubs, nachmittags ging's an den Strand. Der Rhythmus - morgens mit der „Marschrutka" (dem landestypischen Kleinbus) zum Stadion, dann Fußball und Pool, nachmittags und abends Strand - wurde auch in den folgenden Tagen fortgesetzt. Und die DTFS hatte endlich auch sportlichen Erfolg. Metalist Charkow wurde mit 2:0 niedergekämpft, Mariupol (Ukraine) und die Sheriffs von Tiraspol (Moldawien) wurden mit 5:0 und 6:3 streckenweise an die Wand gespielt. Fußballerisch überzeugte die DTFS mit schnellem Kurzpassspiel, das sie der sehr robusten Spielweise ihrer Gegner entgegensetzte. Mindestens ebenso wichtig war aber das Geschehen jenseits des Platzes. Allein das Chernomorets-Sportgelände war sehenswert, lag nur 300 Meter vom Strand entfernt und bot mit 3 Kunstrasenplätzen, Tennisplätzen, Pool und Luxushotel alles, was das Herz begehrt. Auch ansonsten kannte die Gastfreundschaft der Odessiten keine Grenzen. Zu den Mahlzeiten bekamen die Gäste Dutzende ukrainischer Spezialitäten serviert. Eine Exkursion ins historische Stadtzentrum stand ebenso auf dem Programm wie ein Besuch des Delphinariums. Die meiste Freude bereitete den spielfreudigen Kindern aber der Strand mit seinen vielen Attraktionen.

 

Am letzten Tag in Odessa stieg dann das große Finale. Das ungeschlagene Heimteam von Chernomorets traf auf den Zweitplatzierten, die DTFS. Wer das Spiel gewann, soviel war klar, würde sich den Pott holen. Entsprechend verbissen wurde das Spiel geführt, beide Seiten setzten auf volles Risiko. Aber die DTFS kam an diesem Tag oft einen Schritt zu spät. Die Odessiten spielten cleverer und gingen durch einen Doppelschlag mit 2:0 in Führung. Dem besten Stürmer des Turniers, Johannes Pieles, gelang noch der Anschlusstreffer zum 1:2. Aber von nun an machte Chernomorets hinten dicht und konzentrierte sich darauf, das DTFS-Passspiel zu zerstören. Mit Erfolg, die hochmotivierten Gastgeber retteten den Vorsprung über die Zeit. Und der Fußballschule blieb am Ende sogar nur der dritte Platz, da die punktgleichen Kasaner den direkten Vergleich für sich entschieden hatten.

 

Von der Siegerehrung machte sich die DTFS direkt auf die Rückfahrt, schließlich standen den Jungs noch 800 Kilometer auf ukrainischen Landstraßen bis zum Übernachtungsort Lemberg bevor. Die galizische Hauptstadt erreichte der Bus nach 12 Stunden nachts um 1, und auch die Lemberger zeigten sich als tolle Gastgeber. Am nächsten Morgen war ein üppiges Büffet für die Fußballschüler organisiert, beim Mittagessen wurde im Restaurant sogar eine 20 Meter lange Tafel eingedeckt. Den sportlichen Vergleich gegen den FC Karpaty gewann die DTFS, diesmal mit 10:5. Beide Teams hatten den 97er-Jahrgang auf's Feld geschickt.

 

Für den gleichen Abend war ein Spiel beim polnischen Meister Wisla Krakau eingeplant. Erneut dauerte die ukrainische Grenzkontrolle aus kaum ersichtlichen Gründen 1,5 Stunden. Die polnischen Grenzer, die das Spiel unbedingt stattfinden lassen wollten, fertigten den Bus zwar im Expresstempo ab. Aber der starke Feierabendverkehr in Ostpolen machte am Ende einen Strich durch die Rechnung. Erst in der Dunkelheit erreichte der DTFS-Bus das Wisla-Trainingslager. Statt des Testspiels blieb nur noch das gemeinsame Abendessen. Von dort begaben sich die Fußballschüler auf die letzte Etappe nach Hause.

 

Vielen der Kinder ist wohl erst nach und nach bewusst geworden, was sie in der kurzen Zeit alles erlebt hatten. Überall wurden sie herzlich willkommen geheißen. Neue Freundschaften im Handumdrehen geknüpft, vor allem zu den kleinen Tataren von Rubin Kasan, den Hotelnachbarn in Odessa. Und so manches Vorurteil wurde widerlegt. 4 Kreditkarten und 2 Mobiltelefone gingen vorübergehend verloren, wurden aber stets von einem ehrlichen Finder wieder zurückgebracht. Auch die guten Fremdsprachkenntnisse der (kleinen) Ukrainer und Russen sorgten für Staunen, ebenso wie die reichhaltigen und guten Mahlzeiten, in einem Land, das kulinarisch wohl nicht viele zuvor auf der Favoritenliste hatten. Entsprechend zufrieden mit der Reise zeigte sich DTFS-Leiter Gerald Prell: „Mancher Skeptiker hat sich gefragt, wie man auf die Idee kommen kann, 11- und 12jährigen Kindern eine Busreise ans Schwarze Meer zuzumuten. Natürlich war die Reise strapaziös, aber die riesige Gastfreundschaft der Ukrainer hat am Ende alles wettgemacht. Wir konnten alle unseren Horizont erweitern und gleichzeitig tolle Werbung für die europäische Verständigung machen. Die Kinder haben bei der Reise gelernt, dass sie manchmal auch ungewohnte Herausforderungen meistern müssen. Das ist ihnen immer gut gelungen, und diese Erfahrungen machen sie stark. Daher wird der Schwarzmeer-Trip sicher für die meisten auch ein Erlebnis bleiben, das sie ihr Leben lang nicht vergessen werden."

 

Foto: Gefragte Gäste - die Fußballschüler in Odessa




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