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AKTUELLES

10.11.2008

Rückblick: DTFS in Moskau - Nervenkitzel für Groß und Klein


Der russische Fußball ist derzeit in aller Munde. Mit großem Respekt wird von Ausnahmetalenten wie Arshavin und Pavluchenko gesprochen. Mit Ehrfurcht über den sagenhaften Reichtum russischer Vereine spekuliert. Russlands Fußball ist im Westen schick geworden, das angestaubte Image sozialistischer Kaderschmieden Geschichte.

Die Deutsch-Tschechische Fußballschule (DTFS) arbeitet seit langem mit russischen Erstligaklubs wie ZSKA Moskau, Lokomotive Moskau und Zenit St. Petersburg zusammen. Bei einer fünftägigen Testspielreise nach Moskau überzeugte sich nun erstmals eine Delegation mit Kindern des Teams Europa von den Qualitäten des russischen Nachwuchsfußballs vor Ort.

 

Zur Lernreise in die russische Hauptstadt hatte Lokomotive Moskau geladen. Die Jugendakademie des Vereins zählt zu den besten im Lande und wird seit kurzem von Jurij Nagaicev geführt, seit 2004 ein Freund der DTFS. Lokomotive besuchte die letzte MINI-EM. Nun öffnete der Klub die Tore des vereinseigenen Sportinternats für einen Gegenbesuch der Fußballschüler. Das Programm des fünftägigen Aufenthalts war dicht gepackt. Jeden Vormittag besuchte das Team Europa eine Nachwuchsakademie eines Moskauer Klubs. Nachmittags standen weitere Testspiele und Sightseeing auf dem Plan. Der Kreml, der Rote Platz und das traditionsreiche Kaufhaus Gum wurden beispielsweise besichtigt.

 

Sportlich erwartete das Team Europa ein Feuerwerk. Für die Moskauer Teams war die DTFS der erste ausländische Gegner. Dementsprechend motiviert gingen die Moskowiter zu Werke, spielten aggressiv, kombinationsstark und setzten auf volle Offensive. Der Spielstil passte zur DTFS, selbst ein Verfechter von Kurzpassspiel und Angriffsfußball. Es entwickelten sich temporeiche Schlagabtausche. Allerdings waren die Russen beim Torabschluss zielstrebiger und kaltblütiger. Sie nutzten ihre Möglichkeiten konsequent, während das Team Europa reihenweise beste Chancen vergab. Die Folge waren deutliche Niederlagen gegen ebenbürtige Gegner wie ZSKA und Dynamo Moskau mit jeweils 4:1. Den Rekordmeister Spartak spielte die DTFS teilweise an die Wand, trotzdem unterlag sie mit 2:1. Deutliche Leistungsunterschiede machten sich nur gegen die körperlich starken Gastgeber von Lokomotive bemerkbar. Sie demontierten die DTFS mit 9:0. Allerdings gelang den Fußballschülern am letzten Tag mit 6:3 eine Revanche, als die eigenen Stürmer ihre Chancen besser nutzten. Der sportliche Leiter Robert Kilin zeigte sich trotz der Niederlagen sehr zufrieden: „Unsere Jungs haben in den 5 Tagen unheimlich viel gelernt. Sie mussten in jedem Spiel an ihre Grenzen gehen und sich bei hohem Tempo gegen bissige Gegner behaupten. Das hat sie mental gestärkt, sie wirkten von Spiel zu Spiel geistig frischer und cleverer."

 

Dieser Lernprozess, unterstreicht DTFS-Leiter Gerald Prell, sei durch die Erfahrungen jenseits des Platzes noch verstärkt worden. Viele Kinder seien bei der Reise zum ersten Mal mit dem Flugzeug geflogen oder mit der Metro gefahren. Das Leben in einem russischen Sportinternat sei ihnen ebenso neu gewesen wie die russische Kantinenküche. Aber sie hätten mit ihren Kameraden aus dem Nachbarland gemeinsam den Umgang mit einer 15-Millionenmetropole gelernt. „Diese Erfahrungen, die ständige Konfrontation mit einer anderen Kultur, einer riesigen Großstadt, einer neuen Sprache und Schrift sind für die Jungs eine Schule für's Leben. Diese Hürden zu meistern, gibt ihnen Selbstbestätigung und macht solche Ausflüge zum unvergesslichen Erlebnis."

 

Auch den heimischen Trainern und Verantwortlichen biete sich beim Blick auf den russischen Fußball viel Neues, ergänzt Robert Kilin. „Die harte Konkurrenz zwischen den Moskauer Vereinen hat den Nachwuchsfußball dort stark professionalisiert. Alle kämpfen intensiv um die besten Talente, dabei ist ihnen die U7 genauso wichtig wie die U17." Alle Teams werden von Profi-Trainern betreut. Fast jeden Tag spielen oder trainieren die Kinder und Jugendlichen. Die Ligen seien ab der F-Jugend mit den besten Nachwuchsakademien besetzt und dadurch von hoher Qualität. So würden die Spieler maximal gefordert. Und dafür, dass der ganze Aufwand nicht vergeblich ist, sollen seit kurzem Experten aus dem Ausland sorgen, vor allem aus den Niederlanden. Sie werden mit hohen Gehältern nach Russland gelockt, strukturieren die Nachwuchsakademien nach westeuropäischem Vorbild und sollen ihnen dadurch den letzten Schliff geben.

 

Der Umbau des russischen Fußballs ist also in vollem Gange. Daher kam den ehrgeizigen Verantwortlichen der Moskauer Renommierklubs der Besuch der DTFS recht, um stolz die Fortschritte zu zeigen und sich über das grenzüberschreitende Projekt aus Rehau weitere Kontakte nach Westeuropa zu eröffnen. Für die Kinder sorgte die Begegnung mit einer fremden Kultur, die sie sonst nur aus dem Fernsehen kennen, für den meisten Nervenkitzel. Stolz waren die Jungs vom Team Europa, dass sie sich nach einigen Anfangsschwierigkeiten ohne Mühe durch den Moskauer Alltag boxten. Die Moskowiter standen ihnen dabei mit großer Gastfreundschaft helfend zur Seite.

 

Auch für die russischen Kinder war der Vergleich mit der DTFS jedes Mal ein Festtag. Die kleinen Russen wollten natürlich allen zeigen, dass auch sie gut Fußball spielen können. Für das Spiel gegen die Gäste aus dem Westen hatten sie daher extra schulfrei bekommen. Wie freudig die Aufregung über den Besuch der DTFS war, zeigt eine Email, die der Kapitän des FC Dynamo nach dem Spiel nach Deutschland schickte: „Vielen Dank, dass ihr uns heute besucht habt. Es war für uns das erste internationale Match. Ihr spielt sehr gut und wir konnten viel davon lernen. Für unsere Mannschaft war das ein Riesengeschenk. Großen Dank an Euch und bitte - kommt bald wieder..."

 

Foto: Auch das Kaufhaus Gum am Roten Platz wurde von den Fußballschülern besucht.

 




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