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AKTUELLES

13.05.2009

MINI-EM-Splitter 2009: Eindrücke, Hintergründe, Ergebnisse


Gut 250 Kinder aus 12 Nationen, mehr als 3000 Zuschauer an zwei Turniertagen und ein neuer Titelträger aus den Niederlanden - das war die sechste Auflage der MINI-EM „Gegen Rassismus und Gewalt" am vergangenen Wochenende in Františkovy Láznì und Rehau. Nach dem FC Bayern München, ZSKA Moskau und den Gastgebern der Deutsch-Tschechischen Fußballschule setzte sich in diesem Jahr die U11 von Ajax Amsterdam durch und holte sich bei ihrer MINI-EM-Premiere auf Anhieb den Turniersieg. Platz 2 belegte Dinamo Zagreb, vor Manchester United und dem AC Milan, die ebenfalls alle zum ersten Mal angetreten waren. Die Gastgeber konnten sich nach ihrem Vorjahressieg diesmal nicht für die Runde der besten 7 qualifizieren. Am zweiten Turniertag in Rehau sicherten sie sich dann aber mit einer starken Leistung noch den Sieg in Gruppe B und damit Platz 8.

 

Die Verantwortlichen der DTFS konnten sich über ein sportlich sehr anspruchsvolles und organisatorisch gelungenes Fußballfest freuen. Und über ein durchweg positives Feedback der teilnehmenden Topteams aus ganz Europa. „Die Mannschaften waren alle sehr zufrieden mit dem Turnier und möchten im nächsten Jahr gerne wieder kommen", so DTFS-Projektleiter Gerald Prell. „Besonders freut es uns, dass unsere Gäste aus den Niederlanden, Kroatien, Italien und England nach ihrem ersten Besuch bei uns viele positive Eindrücke mit nach Hause nehmen."

 

Selbst das Wetter zeigte sich am Turnierwochenende noch von seiner frühlingshaften Seite: Nach einem durchweg sonnigen Vorrundentag in Františkovy Láznì begann der Finaltag in Rehau zunächst noch kühl und sehr windig. Das machte vor allem den Gästen aus Portugal und Italien zu schaffen, die von den Organisatoren kurzerhand mit wärmender und wetterfester Kleidung ausgestattet wurden. Doch am Mittag setzte sich dann endgültig die Sonne durch und sorgte damit auch für volle Ränge im Rehauer Sportzentrum.

 

Dabei hatte es auf der Wetterkarte noch am Freitag ganz anders ausgesehen: Unwetterartige Niederschläge erschwerten nicht nur den Turnieraufbau, sondern auch die Anreise der Mannschaften. Besonders heftige Wetterkapriolen erlebte der FC Porto auf seinem Weg vom Flughafen Frankfurt Hahn nach Františkovy Láznì -  mit stürmischen Hagelschauern, Blitz und Donner. Beim Turnier selbst war den Portugiesen von der langen, strapaziösen Anreise nichts mehr anzumerken. Die Jungs zeigten technisch äußerst anspruchsvollen Fußball, hatten allerdings immer wieder Pech im Abschluss, sodass es gegen die hochklassige Konkurrenz am Ende nur für Platz 9 reichte.

 

Bis ins kleine Finale schaffte es der AC Milan, der sich am Samstag im Entscheidungsspiel gegen den HSV noch den letzten Platz in der Play-off-Gruppe erkämpft hatte. Für den Nachwuchs der Rot-Schwarzen war die MINI-EM, so Gerald Prell,  eine völlig neue Erfahrung:  „In Italien spielt der Faktor Familie eine sehr wichtige Rolle. Größere Aktionen und weite Fahrten sind eher selten. Umso mehr freut es uns natürlich, dass der AC Milan unsere Einladung angenommen hat und auch mit dem Turnier zufrieden war."

 

Im Spiel um Platz 3 mussten sich die Mailänder schließlich dem englischen Traditionsklub Manchester United geschlagen geben. Auch für das Team aus Old Trafford war es die erste größere Auslandsreise. Hintergrund ist die Ausbildungsphilosophie des Vereins. In Manchester soll der Nachwuchs langsam an das Spitzenniveau herangeführt werden. Deshalb nehmen die Junioren nur wenige große Turniere an und beschränken sich meist auf Freundschaftsspiele gegen Premierleague-Klubs aus der Umgebung. Die Teilnahme an der MINI-EM war für Engländer daher nicht nur eine sportliche Herausforderung, sondern vor allem auch eine neue Lern-Erfahrung: Zur Vorbereitung erhielten alle Kinder vor der Abfahrt einen Flyer mit Informationen über Deutschland und Tschechien und einem Mini-Sprachkurs.

 

Ähnlich diszipliniert wie Manchester United - sowohl auf als auch neben dem Platz - präsentierte sich der Turniersieger aus Amsterdam. Das Team von Ajax überzeugte durch technisch erstklassigen Fußball und wurde damit dem ausgezeichneten Ruf seiner Jugendabteilung gerecht. Und das, obwohl die Niederländer in dieser Altersklasse eigentlich bereits ausschließlich auf dem Großfeld spielen und sich bei der MINI-EM wieder auf Kleinfeldfußball umstellen mussten.

 

Die längste Anreise der diesjährigen MINI-EM hatte das Team von Liepajas Metalurgs auf sich genommen: Nach einer zweitägigen Busfahrt mit Zwischenübernachtung in Polen starteten die Letten am Samstag noch mit Anlaufschwierigkeiten ins Turnier, doch am Finaltag in Rehau konnten sie sich steigern und auch gegen die starke Konkurrenz mithalten. Besonders bemerkenswert: Lettland ist eines der Länder, die von der Wirtschaftskrise besonders stark betroffen sind. Die Stadt Liepaja verzeichnet aktuell eine Arbeitslosenquote von 30 %, der Hauptsponsor von Liepajas Metalurgs - das örtliche Stahlwerk - kämpft mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Dennoch hatte es sich der Klub nicht nehmen lassen, die teure und aufwändige Reise zur MINI-EM anzutreten.

 

Auch für die Mannschaft von HJK Helsinki bedeutete die erstmalige Teilnahme an der MINI-EM eine lange und beschwerliche Anreise: Mit dem Flugzeug ging es zunächst von Helsinki nach Düsseldorf, von dort weiter zum Flughafen Dresden und schließlich per Bus nach Františkovy Láznì. Als die Mannschaft dort angekommen war, hatte sie eine Anreise von 12 Stunden hinter sich. „Wenn wir uns in Helsinki ins Flugzeug setzen, sind wir nach 12 Stunden eigentlich schon in Indien", schmunzelte einer der mitgereisten Väter. Die Schlachtenbummler, die HJK Helsinki begleiteten, sorgten nicht nur für Stimmung auf den Rängen, sondern auch dafür, dass der finnische Fußballnachwuchs am Sonntag eine deutliche Leistungssteigerung zeigte. Vor Roter Stern Belgrad belegte Helsinki schließlich Platz 13.

 

Mit rasantem Offensivfußball begeisterte ein weiterer MINI-EM-Neuling die Zuschauer in Františkovy Láznì und Rehau: Dinamo Zagreb galt schon nach der Vorrunde als heißer Anwärter auf den Titel und musste sich erst im Finale den Jungs aus Amsterdam geschlagen geben. Trotz der denkbar knappen Niederlage im 8-Meter-Schießen waren die Kroaten überaus zufrieden mit der MINI-EM 2009. „Die Trainer sagten uns, es sei das stärkste Turnier gewesen, das sie bisher gespielt haben", so DTFS-Projektleiter Gerald Prell.

 

Aber nicht nur sportlich begeisterte die MINI-EM 09 Zuschauer und Teilnehmer, auch interkulturell. Zu einem der Highlights wurde beispielsweise wie schon im Vorjahr der „Fußballbasar" im INGO Casino Franzensbad zum Ausklang des ersten Turniertages. Mit Händen und Füßen sowie den traditionellen Sprachkarten wurden im festlichen Ballsaal Fußballsouvenirs aus ganz Europa getauscht - vom Wimpel aus Porto über den Fanschal aus Moskau bis hin zum Pin aus Amsterdam. Die Jungs des HSV profitierten dabei von ihrem multi-ethnischen Team: Kroatische und ukrainische Spieler dolmetschten bei den „Verhandlungen" kurzerhand für ihre deutschen Mannschaftskameraden. Ein Symbol für das neue, zusammen wachsende Europa - „Gegen Rassismus und Gewalt" - 20 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs.

 

Bild (Bedrich Klima):Die MINI-EM 2009 - Fußball mit vollem Körpereinsatz, wie hier in der Partie zwischen Lokomotiv Moskva und Manchester United.




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