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AKTUELLES

15.10.2009

Rückblick: Team Europa in Moskau - zu Gast bei Freunden


Vergangene Woche löste die deutsche Nationalmannschaft in Moskau ihr Ticket zur Fußball-WM 2010 in Südafrika. Zeitgleich absolvierte in der russischen Hauptstadt  die U11 der Deutsch-Tschechischen Fußballschule ein mehrtägiges Trainingslager. Das "Team Europa" hatte die Gelegenheit sich mit den Jugendteams von CSKA, Lokomotive und Spartak Moskau zu messen. Die Fußballschüler lernten während des sechstägigen Aufenthalts das Leben in der 15-Millionen-Metropole kennen. Für sie, wie auch für die russischen Nachwuchstalente war es der erste Kontakt mit gleichaltrigen Fußballern einer anderen Kultur. Gemeinsam waren sie im Sportinternat von Lokomotive Moskau untergebracht. 

 

Sportlich zeigte sich das Team Europa bei seiner Moskau-Mission angriffslustig. Die Schützlinge von Robert Kilin und Andi Lang zeigten in den Freundschaftsspielen forsches Pressing und setzten die Gegner von Beginn an unter Druck. Im ersten Match verloren die Fußballschüler gegen die U12 von CSKA Moskau noch mit 3:6. Schon am Tag darauf gelang aber die Revanche, diesmal wurde die U10 des Klubs der Roten Armee mit 2:0 besiegt. Im Anschluss bezwangen die Fußballschüler auch noch die U10 des Gastgebers Lokomotive mit 1:0. Am folgenden Tag legte das Team Europa noch eine Schippe drauf. In der eiskalten Kunstrasen-Kuppel von Lokomotive, einer riesigen Traglufthalle, stand das Team Europa der U11 von Lokomotive gegenüber. Wieder entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, die DTFS erspielte sich eine Vielzahl von Chancen. Am Ende gingen sie verdient mit 5:3 als Sieger vom Platz. Schlusspunkt der Freundschaftsspiele war ein Test beim russischen Rekordmeister Spartak, der das stärkste U11-Team in Russland stellt. Bei strömendem Regen wog das Spiel hin und her, am Ende behielt Spartak mit 2:1 die Oberhand.

 

Doch der sportliche Vergleich stand für das Team Europa nicht alleine im Vordergrund. Mindestens genauso wichtig war das interkulturelle Lernen in der Megalopolis Moskau. Bei einem Sprachkurs vertieften die Nachwuchsfußballer ihre Kenntnisse in Deutsch, Englisch, Tschechisch und Russisch. Bei Exkursionen ins Stadtzentrum besichtigten die Fußballschüler den Roten Platz, den Kreml und die umliegenden Sehenswürdigkeiten. Ein besonderes Erlebnis war der Vorabend des Länderspiels Russland-Deutschland. Tausende von Fans zogen buntgeschmückt mit Fahnen und Pelzmützen durch die Innenstadt. Gerade die russischen Fans fieberten dem Prestigevergleich mit Deutschland mit viel Euphorie und Gastfreundschaft entgegen. Gerne lichteten sie sich mit der Kinderkarawane der DTFS, die über den Roten Platz zog, auf Gemeinschaftsfotos ab. Im Kaufhaus Gum begegneten die Fußballschüler auch der medizinischen Abteilung des DFB. Mannschaftsarzt Müller-Wohlfahrt war vom plötzlichen Ansturm deutscher Kinder sichtlich überrascht, stellte sich gerne zum Gruppenfoto und befragte die Fußballschüler zu ihren fußballerischen Erfahrungen in Moskau.

 

Doch das Länderspiel war für die Jungs nicht das einzige Lernerlebnis in Moskau. Durch die gemeinsame Unterbringung im Sportinternat erlebten sie den Alltag gleichaltriger russischer Kinder hautnah. In der Internatskantine lernten sie die russische Küche mit Bliny und Borschtsch kennen. Zu den Auswärtsspielen und Exkursionen fuhren sie entweder mit der berühmten Moskauer Metro oder im Marschrutka-Kleinbus von Lokomotive, einem der populärsten Transportmittel in Russland.

 

Der sportliche Leiter der DTFS, Robert Kilin, war mit der Moskau-Reise allgemein zufrieden. „Die Jungs haben bei den Spielen gute Leistungen abgeliefert. Das fußballerische Niveau ist weiter gestiegen. Insbesondere, wenn man bedenkt, dass sich das Team bisher nicht oder nur wenig kannte." Gleichzeitig ermahnte er die Fußballschüler aber auch: „Das Talent alleine wird nicht ausreichen, um wirklich ganz nach oben zu kommen. Dafür sind noch mehr Disziplin, Aufmerksamkeit und Durchhaltevermögen außerhalb des Spielfelds gefragt. Eine Riesenstadt wie Moskau, in der das Leben in extrem hohem Tempo und unter starkem Konkurrenzdruck abläuft, hat den Jungs hierfür die Augen geöffnet."

 

Besonders beeindruckt war Kilin von den sich ständig verbessernden Rahmenbedingungen des russischen Fußballs: „Jahr für Jahr sind deutliche Fortschritte zu erkennen, die Infrastruktur wird immer moderner, alle Vereine stecken viel Geld in die Nachwuchsarbeit. Hier ist zu sehen, dass der Jugendfußball ernst genommen wird", so Kilin. Alleine im Lokomotive-Internat seien 70 Nachwuchskicker untergebracht, betreut von gut 100 Angestellten. „Kein Wunder, dass die Vereine auf diese Weise viele Talente herausbringen und die Ergebnisse des russischen Fußballs insgesamt immer besser werden."

 

DTFS-Leiter Gerald Prell unterstrich, wie positiv sich diese Begegnungen mit einer ganz neuen Kultur für die heimischen Kinder auswirken: „Unsere Jungs wurden in kurzer Zeit mit unheimlich vielen ungewohnten Eindrücken, einer anderen Sprache, Schrift und Lebenskultur konfrontiert. Sie mussten lernen diese Situationen zu meistern - gemeinsam mit ihren Kameraden im Team Europa, deren Sprache sie auch nicht perfekt beherrschen. Aber die Jungs haben sich dieser Herausforderung gestellt, das wird ihren Horizont erweitern und ihre persönliche Entwicklung fördern." Positiv sei auch, dass der Austausch mit den russischen Nachwuchsakademien nachhaltige Strukturen gewinne. Im nächsten Jahr sind Gegenbesuche der Moskauer Klubs in Deutschland geplant.

 




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