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AKTUELLES

14.07.2010

Erstes Team-Europa-Camp in Regensburg


(Artikel von Claus Wotruba, Mittelbayerische Zeitung). Der kleine Kicker des Jahrgangs 1998 sticht sofort ins Auge. Die Haarmähne weht, der Teint ist südländisch dunkler: Hier spielt ein Bilderbuch-Portugiese Fußball. „Er hat sogar schon einen Namen wie die Großen", sagt Projektleiter Gerald Prell. „Das ist Ricardinho." Ricardinho zeigt seine individuelle Note in Details: Die Trikot-Ärmel hat er ob der Hitze nach oben weggekrempelt. Freibad-Besuch als neue Erfahrung Ricardinho spielt für eine der Top-Talenteschmieden Europas und erlebt in Regensburg etwas, was auch beim FC Porto nicht alltäglich ist: Für ein paar Tage steht er mit Jungs aus weiteren vier Nationen in einer bunt zusammengewürfelten Truppe auf dem Platz, lernt nebenbei Sprachen und Eigenheiten anderer Länder kennen. In Regensburg gehörte zum Beispiel der Freibad-Besuch dazu. In Portugal kennt man das kaum und geht zum Baden einfach an den Strand. Organisiert wird das „Team Europa" von der deutsch-tschechischen Fußballschule (DTFS), einem von der Europäischen Union und UEFA geförderten Projekt, das seit seinem Start im Sommer 2002 mit pfiffigen Ideen Aufsehen erregt, viele Preise erhielt und jetzt die Rechnung „1 + 1 = 3" aufmacht und so „neue Wege nach Europa" sucht. Dafür setzen sich Litauer ins Auto und kutschieren über 1500 Kilometer Kinder von Kaunas nach Regensburg. Dafür lassen sich Slowaken und Tschechen gerne begeistern. „Vor allem in Tschechien stieg die Nachfrage in der ganzen Republik im vergangenen Jahr stark", sagt Prell.

 

Den Wert des einmaligen Projekts hat auch der SSV Jahn Regensburg längst erkannt. „Die Kontakte wurden intensiviert", sagt Prell. „Sepp Steinberger, Edi Ipfelkofer und Tobias Schmidt haben geholfen, erstmals ein Camp in Regensburg zu machen. Jetzt treffen sich Kinder von Kaunas bis Porto in Regensburg. Das liegt 5000 Kilometer auseinander." Das Camp überwindet - wieder einmal - mit Leichtigkeit alle Grenzen. „In den vergangenen acht Jahren haben wir über 2000 Kinder mit dem deutsch-tschechischen, oder besser europäischen Virus angesteckt", sagt Prell. Die Mini-EM Anfang Mai ist dabei die spektakulärste Veranstaltung: Stammgäste beim Turnier  sind dort Europas Legenden-Klubs wie der AC Mailand, Manchester United, Ajax Amsterdam oder Bayern München. Zu WM-Zeiten, so Prell, steige auch das mediale Interesse an der DTFS. Gerade hat RAI aus dem so böse vor den Kopf geschlagenen Ex-Weltmeister-Land Italien ein Rundfunk-Interview gesendet über das Musterprojekt deutscher Nachwuchsarbeit, um Wege aus der Azzurri-Krise zu zeigen. Und beim Sommerfest am Tag der Vereidigung des neuen Bundespräsidenten war die DTFS auch wieder: Fotos mit Kindern machen sich vor einer Weltmeisterschaft auch immer gut. Bei der deutsch-tschechischen Fußballschule geht es aber genauso um kleine Dinge. An Bord des Ausbilder-Teams im Camp in Regensburg war erneut David Hendry von den Glasgow Rangers. Der Job des Schotten: Englisch vermitteln. Hendry muss bei null, bei „Guten Tag" und „Danke", beginnen. Er lehrt interaktiv, lässt die Kinder in den 30- bis 60-minütigen Lektionen die großen Trainer Mourinho, Ferguson und Lippi oder auch den Schiedsrichter spielen, und ihre Entscheidungen erklären - auf englisch selbstverständlich. „That's good fun", sagt Hendry. In einem solchen Unterricht ist der Spaßfaktor hoch.

 

Selbstverständlich geht es auch um Fußball. Das Wörterbuch auf dem Platz heißt Ball. Trotzdem ist es nicht immer leicht, sich abzustimmen. Zu sehen im Test gegen den Jahn-Nachwuchs,
bei dem ratzfatz aus einem 4:1-Vorsprung ein 4:5-Rückstand wird. Aber ums Ergebnis ging es ja nicht. In Pfuhl schon ein bisschen mehr. Dort warteten im Turnier am Wochenende diverse Bundesligisten (FC Bayern, Stuttgart, HSV, Hoffenheim, 1860, Nürnberg). Der Praxis-Test gelang bestens. Robert Kilin, Ex-Erstliga-Kicker in Ungarn und Rumänien und mit Prell als Mann für alles Sportliche in der DTFS-Doppelspitze, freute sich über Platz zwei. Nach sieben Vorrundenspielen brachte ein Sieg gegen Ulm im Elfmeterschießen den Finalplatz, wo Bayern München nach dem 0:0 der Vorrunde diesmal 1:0 gewann.


Auch ein Schwester-Projekt der Deutsch-Tschechischen Fußballschule gibt es neuerdings: Es nennt sich Baltic football school. Das Projekt soll nach bewährter Methode Letten und Litauer
zusammenbringen und auch Brücken ins heute russische Kaliningrad im früheren Ostpreußen schlagen. Das wird interessant, interessant wie der Weg von Spielern wie Ricardinho. Der kleine Portugiese ist nicht nur vom Europa-Virus infiziert, sondern vor allem vom Fußballvirus. Zum Geburtstag hat er sich von Mama gewünscht, dass sie den Hinterhof mit Rasen auslegt. „Damit ich noch mehr Fußball spielen kann."

 

Foto: Auch ein Besuch in München stand auf dem Programm.

 

Hier geht's zum Artikel im Original.

 




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