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AKTUELLES

12.11.2009

Frankenpost: Ein kleiner Junge auf großen Wegen


Fußball | Er reist quer durch Europa, fährt hunderte Kilometer zum Training und erledigt seine Hausaufgaben, wenn andere Kinder bereits vor dem Fernseher sitzen. Rico Preißinger aus Stammbach will Profi werden und nimmt dafür viel auf sich. Von Sören Göpel. Vor zwei Jahren, da war er in England, beim FC Liverpool, ein Jahr später beim Stadt-Konkurrenten in Everton. Es folgten weitere Reisen nach Lettland, in die Ukraine, nach Russland, Polen, Frankreich und zuletzt in den Süden Europas, nach Portugal. Nun könnte man meinen, hier geht es um einen Funktionär der UEFA. Nein, der Junge, um den es hier geht, wohnt in Stammbach, ist 13 Jahre alt, besucht das Münchberger Gymnasium und weiß genau, warum er viel reist, warum er pro Woche Hunderte von Kilometern im Auto sitzt und sogar noch Extratraining schiebt: Er will Fußballprofi werden.

 

Es ist Donnerstagmorgen, Rico Preißinger öffnet die Tür. Ein freundliches, schüchternes "Hallo" geht ihm über die Lippen. Sein Tag ist auch heute wieder proppenvoll: Pressetermin, Mittag essen, ab zum Training. Seine Tage sind verplant. Schule, Training, Hausaufgaben, schlafen gehen. Für den Traum vom Fußballprofi nimmt er viel in Kauf. Seit zwei Jahren spielt Rico Preißinger schon für den 1. FC Nürnberg. Von der Deutsch-Tschechischen Fußballschule (DTFS) zog es ihn zum Bundesliga-Klub. Doch der Aufwand ist riesig. Zwei bis drei Mal wöchentlich fährt ihn seine Mutter Ingrid zum Training. 130 Kilometer hin, 130 Kilometer zurück. Im kommenden Jahr soll sich das ändern. Dann darf Rico endlich das langersehnte Internatszimmer beziehen. Er tauscht das Familienleben zu Hause gegen den Fußball

 

Ricos größter Förderer, DTFS-Trainer Robert Kilin, stellte vor zwei Jahren die eigenen Wünsche hinten an, Rico zu behalten. "Robert weiß, was gut ist für die Jungs", sagt Ricos Mutter Ingrid. Kilin beschreibt seinen Schützling so: "Er spielt wie ein Mann, entwickelt ein Gefühl auf dem Platz und ist sehr nervenstark."

 

Diese Eigenschaften bringt er mittlerweile sogar als Kapitän ein. Dies ist umso erstaunlicher, weil er ein auswärtiger Spieler ist. Einer, der mit seinen Mannschaftskollegen nicht in die Schule geht und keine Freizeit verbringt. Doch seit seinem Transfer in die Fußball-Hauptstadt Frankens hat sich der Schüler hochgekämpft, sich eine Stellung im Team erarbeitet.

Ab dem kommendem Schuljahr soll der nächste Entwicklungsschritt folgen. Preißinger wird alleine leben. Das heißt: Den Alltag organisieren, die Schule nicht zu kurz kommen lassen, aber trotzdem glänzend Fußball spielen. "Ich freue mich darauf und glaube, dass ich stark genug bin, dieses Leben zu meistern", sagt der junge Fußballer selbstbewusst. Seine Mutter, die seit zwei Jahren quasi der persönliche Fahrdienst ist, blickt mit gemischten Gefühlen in die Zukunft: "Er kann es schaffen, aber als Mutter ist es natürlich schwer, sein Kind die ganze Woche nicht zu sehen."

 

Dass sie ihre Freizeit für die Trainingsfahrten opfert, "dafür werde ich ihr immer dankbar sein", meint Rico brav. Nicht, weil er es sagen muss, sondern weil er weiß, dass auf dem Weg zur Karriere auch das Elternhaus mitspielen muss.

 

Zum Förderkreis des eifrigen Buben gehört auch weiterhin Robert Kilin. "Obwohl sein Job eigentlich erledigt wäre", meint Ingrid Preißinger. "Er sorgt sich um meine Entwicklung. Das ist toll", weiß Rico. Die Sorge geht soweit, dass Kilin jeden Montag allein mit seinem Schützling auf dem Trainingsplatz steht. "Dann trainieren wir die Koordination. Es gibt immer was zu tun."

 

Und was ist, wenn es in Nürnberg nicht mehr so reibungslos laufen sollte? Dem Stammbacher fällt die Antwort leicht: "Dann werde ich noch härter trainieren und mehr machen als alle anderen." Er klingt schon wie ein Profi, will aber erst einer werden. "Die Chance steht 1 zu 99 Prozent, aber ich will das schaffen. Wenn es nicht klappen sollte, habe ich es wenigstens probiert." Was soll auch schon schief gehen in seiner Entwicklung? "Ich bin ein guter Schüler und finde dieses Leben klasse. Es macht mir Spaß, niemand zwingt mich dazu, mit der Fußballschule zu reisen oder ständig nach Nürnberg zu fahren."

Allen Kritikern, die meinen, die Fußballschule würde die Buben zu sehr fordern, widerspricht Preißinger vehement: "Ich kann nur sagen, dass mich die Eindrücke aus den anderen Ländern weitergebracht haben. Du musst selber Taxi fahren, deine Koffer packen, den Hotelschlüssel aufbewahren. Man lernt, Verantwortung zu übernehmen. Was ist daran schlecht?", fragt er kritisch und nennt abschließend noch ein Beispiel: "Zuletzt in Porto, da durften die Eltern nicht beim Training zuschauen. Das fand ich sehr seltsam, aber das gibt es. Auf diesen Reisen lernt man mehr als viele Leute denken."

 

Rico Preißinger wird es helfen - auf dem Weg zur vielleicht großen Karriere. Demnächst hat er den nächsten Termin: Internatsbesichtigung, die ersten Eindrücke vom s neuen Leben gewinnen.

 

Förderer und Geförderter: Robert Kilin, Trainer der Deutsch-Tschechischen Fußballschule, redet Rico Preißinger gut zu. "Für seine Unterstützung bin ich ihm sehr dankbar", sagt der 13-jährige Schüler aus Stammbach. Bild: Hermann Kauper 

 

Hier geht's zum Original-Artikel in der Frankenpost.




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